Geschichte der Stadt- und Feuerwehrkapelle Leimen e. V.  

 


Zur Geschichte des Vereins

Die Gründung der heutigen Stadt- und Feuerwehrkapelle Leimen e.V. geht auf das Jahr 1883 zurück. Sie ist die erste Leimener Kapelle überhaupt. Vorher wurden zum Kirchweihfest und den sonstigen Veranstaltungen Musiker von auswärts herbeigeholt, meist von den gelben Dragonern in Bruchsal.

Nach der Entlassung aus dem Militärdienst fand der Stabstrompeter Tröndle eine Anstellung in Leimen. Schnell trat der Gedanke zutage, eine Kapelle zu gründen. Zur Beschaffung der Instrumente stellte der damalige Bürgermeister Endlich das erforderliche Kapital zur Verfügung. Die Ausbildung der Musiker und die Führung der Kapelle übernahm Herr Tröndle persönlich.

Die Musiker der ersten Stunde waren:
Karl Bassemir, Johannes Zietsch, Johannes Waldbauer, Wendelin Sandmeier, Ludwig Reinhard, Christian Böhm, Wilhelm Lingg, Johannes Baumann und Wilhelm Süfling.

Die Kapelle war durch Einnahmen von Auftritten schon bald in der Lage, das ihr von Herrn Bürgermeister Endlich zur Verfügung gestellte Geld zurückzuzahlen. Im Jahre 1895 trennte sich Ludwig Schneeberger von der Kapelle und gründete die Teutoniakapelle, die auch die Streichmusik pflegte. Nachdem Herr Tröndle in eine andere Gemeinde versetzt wurde, übernahm Georg Nägele die Führung der Kapelle, wobei er ebenfalls die Streichmusik zu fördern begann.

Beide Kapellen wetteiferten in den folgenden Jahren untereinander. 1897 kam Herr Ratschreiber Emil Bortz nach Leimen und schloss sich der Teutoniakapelle an. Nach der Übernahme der Leitung der Kapelle durch Herrn Bortz wurde zunehmend auch die Konzertmusik gepflegt. Zum 10jährigen Bestehen erhielt die Kapelle von der Einwohnerschaft Leimens eine Lyra. Dieses Musikinstrument wird nun schon viele Jahre nicht mehr gespielt, es ziert aber nach wie vor den Probenraum der Kapelle.

1910 gelang Emil Bortz, der inzwischen zum Ehrendirigenten ernannt worden war, der Zusammenschluss beider in Leimen existierenden Kapellen. Ab diesem Datum trug die Kapelle mit gemeinderatlicher Bewilligung den Namen „Gemeindeorchester“.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges setzte dem rapiden Aufschwung des Gemeindeorchesters ein jähes Ende. Vier Musikkameraden fielen den Kriegsereignissen zum Opfer. Es waren dies:

Franz Zietsch, Julius Treiber, Fritz Laier und Ludwig Lingg.

Nach dem 1. Weltkrieg musste erneut Basisarbeit geleistet werden.


Das Gemeindeorchester unter der Leitung von Emil Bortz im Jahre 1919

Nach Georg Nägele übernahm 1925 Wilhelm Ditscher die Kapelle. Er widmete sich besonders der Jugendarbeit und trug damit viel zur Entwicklung des Orchesters bei.
1930 wurde dem Gemeindeorchester von der 1906 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Leimen das Recht verliehen, dem Titel den Namen „Feuerwehrkapelle Leimen“ beizufügen.


Das Gemeindeorchester nach der Verleihung des Namenszuges „Feuerwehrkapelle“
erstmalig in Feuerwehruniform mit Pickelhaube im Jahre 1930

Im Jahre 1933 gelang es, die inzwischen gebildeten anderen Musikvereinigungen dem Orchester anzugliedern. Zu dieser Zeit wurde auch die Eintragung in das Vereinsregister vorgenommen.

Wiederum war es ein Weltkrieg, der die Arbeit des Orchesters jäh unterbrach. Erneut forderte ein Krieg vier Opfer aus den Reihen des Orchesters. Es waren dies:

Philipp Streib, Ludwig Rehm, Franz Dimmel und Georg Klauer.

Nach dem Krieg übernahm Heinz Lingg 1950 die musikalische Leitung. Besondere Höhepunkte waren die Musikfeste in Leimen anlässlich des 70jährigen Jubiläums 1953, des 75jährigen Jubiläums 1958 und des 80jährigen Jubiläums 1963.


Die Feuerwehrkapelle unter der Leitung von Heinz Lingg
anlässlich des 70jährigen Jubiläums im Jahre 1953

 


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.. und anlässlich des 75jährigen Jubiläums im Jahre 1958

Nach Heinz Lingg übernahm Robert Dreis den Dirigentenstab. Er führte speziell auch moderne Rhythmen in das Repertoire ein.

Nach Robert Dreis übernahm Dieter Disegna die Leitung. Er führte auch die von Egon Schatz ins Leben gerufene Jugendkapelle zu hohen Leistungen. Ein Großteil der heutigen aktiven Musiker geht auf die Jugendkapelle zurück.

Nach Dieter Disegna erhielt Karl Ludwig Bansbach 1976 die musikalische Leitung. Ihm gelang es während der folgenden 13 Jahren, ein ausgewogenes Repertoire mit einer großen Bandbreite aufzubauen - von Barockmusik über Klassik bis Jazz, so dass die Kapelle in der Lage war, zu allen Anlässen passende gehaltvolle Musik vorzutragen.

Nachdem der Gemeinde Leimen 1981 die Stadtrechte verliehen wurden, erhielt der Verein das Recht, sich „Stadt- und Feuerwehrkapelle“ zu nennen.

Die Krönung der bisherigen Vereinsgeschichte bildete die Verleihung der PRO-MUSICA-PLAKETTE durch den damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Karl Carstens zum 100jährigen Jubiläum im Jahre 1983. Hiermit wurde dem Orchester die bundesweit höchste Ehrung für Musikvereine zuteil.


Das große Orchester der Stadt- und Feuerwehrkapelle Leimen e.V.
unter seinem Dirigenten Karl Ludwig Bansbach beim 100jährigen Jubiläum im Jahre 1983


Das Jugendorchester der Stadt- und Feuerwehrkapelle Leimen e.V.
unter seinem Dirigenten Hubert Schramm beim 100jährigen Jubiläum im Jahre 1983

Ende 1989 übernahm Karl Benz, der damals an der Musikschule Leimen Klarinette und Saxophon unterrichtete, die musikalische Leitung. Die Programme der in den darauffolgenden Jahren in zweijährigem Turnus veranstalteten Konzerte zeigen die vielschichtige Bandbreite des Repertoires des Orchesters auf.


Das Hauptorchester der SFK unter seinem Dirigenten Karl Benz beim
Konzert anlässlich der 1200‑Jahr‑Feier der Stadt Leimen im Jahre 1991

Der Verein ist auch nach mehr als 125 Jahren noch immer ein junger Verein – nicht zuletzt wegen der 1972 ins Leben gerufenen Jugendkapelle, die heute von Andreas Gebhardt geleitet wird.


Das Jugendorchester der SFK unter Dirigentin Heike Arnold beim KONZERT 2001


Das Jugendorchester der SFK Leimen unter Dirigentin Kerstin Kohn beim KONZERT 2005


Das Jugendorchester der SFK Leimen unter Jugenddirigent Karl Benz
beim Konzert des Jugendorchesters 2006